Warum Allradantrieb vor allem im Winter oft die bessere Wahl ist, erklärt Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck in Lappland am Steuer eines Skoda.

Manche Menschen besitzen zu Autos eine geradezu magische Verbindung. Obwohl sein Skoda Octavia objektiv viel zu flott unterwegs ist auf dieser gnadenlosen Eispiste irgendwo in Lappland, führt ihn Hans-Joachim Stuck mit ruhiger, leichter Hand. „Es ist erstaunlich, wie wenig ich machen muss“, sagt er. Stimmt. Der Meister kommt mit minimalen Lenkbewegungen aus, dirigiert das Fahrzeug stattdessen mit Gas und Bremse in die richtige Richtung, lässt die Maschine die Arbeit erledigen.

Sieben, acht Monate – so lange wie im finnischen Rovaniemi unweit des Polarkreises dauert der Winter hierzulande gottlob nicht. Aber er ist auch in Bayern noch nicht vorbei. Darum: Vorsicht! Autofahrer sind selbst dann gefordert, wenn die Temperaturen wieder steigen – was angesichts der derzeitigen arktischen Kälte fast unvorstellbar scheint – und die Fahrbahnbeschaffenheit vermeintlich besser wird. Oft nämlich trügt der Eindruck und die Situation ist gerade in der Übergangszeit doppelt gefährlich. „Der Winter schärft die Sinne“, sagt Stuck. Das heißt gleichzeitig: Sobald der Frost seinen eisigen Griff lockert, kann sich Leichtsinn einschleichen.

Dass Menschen am Steuer „sich nicht hundertprozentig auf das Autofahren konzentrieren“ hält der frühere Formel-Eins-Pilot für die Mutter aller Unfallursachen. Risiko Nummer zwei: Die Wagenlenker wissen nicht, wie sich das Fahrzeug im Grenzbereich verhält beziehungsweise wie man es kontrolliert. Ein paar goldene Regeln gibt es: Immer da hinschauen, wo ich hinsteuern will. Immer mit voller Kraft auf das Bremspedal „schlagen“, damit das ABS optimal wirken kann. Immer vorausschauend und defensiv fahren. Klingt lustig aus dem Munde eines ehemaligen DTM-Champions und zweifachen Gewinners der 24 Stunden von LeMans. Tipp vom „Striezel“: In einem Fahrsicherheitstraining kann man seine Künste unter fachlicher Anleitung optimieren. Der ADAC bietet entsprechende Kurse bereits ab 100 Euro an. Viele Hersteller haben eigene Coachings im Programm.

Das richtige Auto hilft natürlich ebenfalls durch den Winter. Für Stuck muss es leicht sein und über Allradantrieb verfügen. Die Vorteile des 4×4 liegen auf der Hand: Nicht nur, dass der Wagen damit um Welten besser anfährt. Dadurch, dass die Kraft in Sekundenbruchteilen variabel auf alle vier Räder verteilt wird – Skoda setzt dafür eine neue elektronische Lamellenkupplung ein –, bleibt das Fahrzeug auch in vielen anderen Situationen beherrschbar und sicher in der Spur. Und: Nur in Kombination mit Allradantrieb können moderne Assistenzsysteme erst effektiv arbeiten. Überdies steigt die Anhängelast deutlich. Beispiel: Ein Octavia mit einem 150 PS starken Dieselmotor und 4×4-Technik kann 2000 Kilogramm an den Haken nehmen, 25 Prozent mehr als ein vergleichbarer Frontkratzer.

Kein Wunder also, dass die Antriebsart immer populärer wird. „Vier gewinnt“ heißt es derzeit bei vielen Herstellern. So auch bei Skoda. Um 50 Prozent ist dort der Absatz von Allradautos im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Beim Kodiaq, dem großen SUV der Tschechen, beträgt der Anteil 60 Prozent. Dessen neuerer und kleinerer Bruder, der Karoq ist ebenfalls mit Allrad zu haben – ab 31290 Euro, mit 150-PS-Diesel. Dank der Kraft der vier Räder und einem Heer digitaler Helferlein lässt er sich kinderleicht über Eis und Schnee, aber auch über steile Rampen bugsieren.

So simpel geht das heute. Die Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck kennt da noch ganz andere Zeiten. „Früher waren die Autofahrer versierter, weil sie mit viel mehr Problemen fertig werden mussten“, meint der 67-Jährige. Während seiner atemberaubenden Schussfahrt durch das eisige Lappland hat er an Elektronik alles ausgeschalten, was es auszuschalten gibt.