Mit Allrad-Modellen starten die Oldie Sundays in Ransel in die neue Saison

RANSEL – Das rechts in der Fahrerkabine angebrachte Lenkrad deutet auf die Herkunft von Mathias Domins Landrover hin. Noch wichtiger ist jedoch bei dieser Veranstaltung der gelbe Hebel im Fußraum, mit dem sich der Allrandantrieb zuschalten lässt. Der Start der Reihe Oldie Sundays am Ranseler Landmuseum ist nämlich speziell den Fahrzeugen gewidmet, die mit Vierrad-antrieb ausgestattet sind.

Historische Modelle der Marke Jeep sind zu sehen und Unimogs. Ebenso fällt ein kleiner Wagen des österreichischen Fabrikats Steyr-Puch auf: Der „Haflinger“ ist hochgebirgstauglich, davon zeugen der auf der Front montierte Pickel und der Aufkleber des Bergrettungsdienstes. Und natürlich passt Domins englischer Pick-up zum Motto des Treffens, der Aufbau stammt noch original aus dem Baujahr 1974.

„Ich habe noch die englischen Nummernschilder“, sagt Domin, der seinen Wagen irgendwo in Brandenburg gekauft hat. Auffällig ist der kurze Radstand, bemessen auf 88 Inch. Von Null auf 100 Stundenkilometer brauche das Auto gefühlt von jetzt bis übermorgen, deutet der Besitzer aus Breithardt an. Aber das spielt keine Rolle, im Vordergrund steht die Liebhaberei, da redet man lieber über den Originallack in Marineblau und Limestone.

Treffen an jedem ersten Sonntag im Monat

Jeweils an den ersten Sonntagen der Monate Juni bis September wird es in Ransel weitere Oldie Sundays geben unter verschiedenen Oberbegriffen. Michael Dahlen und Olaf Ilgauds legen vonseiten der Organisatoren darauf wert, dass stets Fahrer aller möglichen Oldtimer willkommen sind. „Wir hoffen, dass die Veranstaltung größer wird“, zumal sich in Eltville das Ende der „Benzingespräche“ abzeichnet.

In Ransel ist reichlich Aufstellungsfläche vorhanden, das Landmuseum mit seiner Gastronomie soll zusätzlich Ausflügler locken. Auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkt womöglich der Mitsubishi Pajero, mit dem Manfred Pieper aus Groß-Gerau gekommen ist. Einige Aufkleber erregen dann doch die Aufmerksamkeit: Der Jemen ist auf ihnen ebenso genannt wie Alaska und das isländische Sprengisandur.

„Hamburg-Shanghai“ prangt als Ortsmarke auf der Heckscheibe. Diese Route wurde früher per Schiff bewältigt, Pieper hat sie im vergangenen Jahr über den Baikalsee und die Mongolei mit seinem Pajero gemeistert. „Das war die Nordroute“, erklärt der 82-Jährige, die Südroute durch Kasachstan und Usbekistan war drei Jahre zuvor an der Reihe. 97 Länder der Erde hat er inzwischen bereist, sogar Nordkorea ist dabei.

„1965 bin ich mit dem Auto nach Russland gefahren. Viele haben gedacht, ich komme nie mehr zurück“, erzählt Manfred Pieper. Mit seinem Pajero hat er seit 1992 rund 300 000 Kilometer zurückgelegt. Solche Abenteuer-Geschichten und alte Technik machen zugleich den Reiz der Oldie Sundays aus. Drei Untersetzungen im Getriebe und drei verschiedene Stoßdämpfer zählen zu den Besonderheiten des Mitsubishis. Dazu kommen Lkw-Sitze – von ihnen gibt es lediglich zwei zugunsten einer Liegefläche.