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Alle Infos zum neuen Mercedes GLE

Der nächste Mercedes GLE kommt mit angepasstem Design, neuem MBUX-Cockpit und vielen Assistenten.

Vorstellung: Jetzt sind die SUV-Modellreihen dran

Nachdem Mercedes mit GLC und GLE Coupé die letzten Lücken im SUV-Programm geschlossen hat, werden jetzt die bestehenden Baureihen renoviert. Den Anfang macht der neue GLE, der sportlicher gezeichnet ist als das aktuelle Modell und sich dem aktuellen Mercedes-Trend anschließt: Sicken und Kanten im Blechkleid werden weiter reduziert. Die Front ziert nun das aktuelle Markengesicht, bei dem die beiden Zierleisten im Grill den großen Stern umschließen. Dank neu gestalteter Frontschürze vergrößern sich die Lufteinlässe, das Nummernschild prangt auf einem angedeuteten Unterfahrschutz. Auffällig sind die Doppel-Zacken der Leuchtgrafik, die an CLS und A-Klasse erinnert.

Doch trotz der optischen Anpassung verleugnet der GLE die seit über 20 Jahren verfolgte Linie mit der schwungvollen C-Säule nicht. Für frischen Wind am Heck sorgen dafür einige Designelemente von der neuen A-Klasse: Die Rückleuchten und die markante Einbuchtung für das Nummernschild erinnern an den Stuttgarter Kompakten. Noch interessanter als die optischen Veränderungen ist das, was sich bei der Technik tut. Denn der GLE kommt mit einem neu entwickelten aktiven Fahrwerk auf 48-Volt-Basis, das jedes Rad individuell regelt. Der weiterentwickelte Allradantrieb verteilt das Drehmoment jetzt zwischen 0 und 100 Prozent auf die beiden Achsen. Dank Echtzeitverkehrsinformationen erkennt der Stauassistent außerdem noch vor dem Fahrer, wo der Verkehr stockt und kann rechtzeitig abbremsen. Natürlich kommt im GLE auch das aktuelle Mercedes-Infotainment MBUX zum Einsatz, das mit dem durchgehenden Bildschirm für eine horizontale Ausrichtung sorgt – und mit dem die Zahl der Knöpfe im Innenraum reduziert wird. Außer per Touchscreen kann das System auch mit Gesten bedient werden. Auf dem Autosalon in Paris (4. bis 14. Oktober 2018) zeigten die Stuttgarter das Modell erstmals der Öffentlichkeit. Der neue GLE ist ab sofort bestellbar. Anfang 2019 rollt das SUV dann zu den Mercedes-Händlern. Die Basisversion kostet 65.807 Euro.

Innenraum: Die Haltegriffe sind geblieben

Schon der Einstieg in den neuen GLE fällt wegen der perfekten Sitzhöhe leicht. Im Cockpit ist wenig beim Alten geblieben. Die Ausrichtung und die Form erinnert eher an eine klassische Limousine als an ein SUV. Der GLE hat wie A-Klasse und Sprinter das Bediensystem MBUX an Bord. Eine Premiere in dem SUV ist dabei der Näherungssensor. Wenn man sich dem Touchfeld auf der Mittelkonsole oder dem Touchscreen nur mit dem Finger nähert, reagiert das System bereits. Außerdem können für bestimmte Funktionen Gesten zugeteilt werden. Wenn die Passagiere die Geste vor dem Display ausführen, wird zum Beispiel automatisch das Menü für die Ambientebeleuchtung geöffnet. Die Schwaben setzen aber bei der Bedienung weiterhin auch auf klassische und edel anmutende Kippschalter. Das ESP kann zum Beispiel darüber deaktiviert werden. Auf der Mittelkonsole sind zwei Haltegriffe angebracht. Macht beim Beifahrer noch Sinn, warum sich aber der Fahrer dort festhalten sollte, lässt sich nicht vernünftig erklären.
Die Verarbeitung und die Materialauswahl wirken bei der ersten Sitzprobe durchweg hochwertig. Die Bedienelemente für die Sitzverstellung und die Tasten der elektrischen Fensterheber sind zum Beispiel mit Metall überzogen und fühlen sich sehr angenehm an. Auch an genügend Verstaumöglichkeiten haben die Stuttgarter gedacht. Im vorderen Bereich der Mittelkonsole befindet sich ein aufschiebbares Fach, das unter anderem auch zwei Getränkehalter beherbergt. Die bequemen Sitze sind mit perforiertem Leder überzogen und bieten genug Seitenhalt. Besonders hinten macht sich der Längenzuwachs des SUV bemerkbar. Die hinteren Passagiere können die üppige Beinfreiheit genießen, während sie unter anderem an den zwei Anschlüssen auf der Mittelkonsole ihre Smartphones laden können. Unterhalb befindet sich eine 230 Volt-Steckdose. Für die Kofferraumabdeckung gibt es unter dem doppelten Ladeboden erstmals eine spezielle Aussparung, in der das Rollo bei Nichtgebrauch verstaut werden kann.

Fahren: Wir sind im GLE 450 mitgefahren

Zuerst die Fakten: Der bish­erige GLE mit dem Werkscode W166 kam 2011 als M-Klasse zur Welt, wurde 2015 facege­liftet und hieß fortan GLE. War aber ein altes Auto. Der Neue wird auch wieder ein dickes Ding, 4,93 Meter lang und somit acht Zentimeter länger als der Vorgänger. Man merkt es vor allem am Rad­stand, am Plat­zangebot hin­ten. Selbst Zwei-Meter-Männer sitzen anstän­dig. Mit W166 hat der neue GLE aber nix mehr am Hut, „höch­stens zwei, drei Schrauben“, sagt Stefanie Schmitz, Pro­jektleiterin für die GLE-Entwicklung. Alles neu!

Zuerst geht es über einen Offroad-Par­cours. Rüdiger Rutz, Leiter Versuch, wählt das Fahrprogramm „Offroad Plus“, legt den Wagen fünf Zentimeter höher. Während er eine 45-prozentige Steigung nimmt, sagt er: „Es hat uns immer gewurmt, dass der Range Rover im Ge­lände besser ist als wir.“ Jetzt bewältigt der GLE die 28-pro­zentige Schrägfahrt, als hätte der Ingenieur vorher die 21-Zöller mit Pattex eingepinselt, und kommt sogar weiter, ob­wohl die Räder vorn links und hinten rechts gerade in der Luft hängen. Rutz hat mit seinem Team das aktive Fahrwerk EABC weiterentwick­elt, vier unabhängige Feder­beine sorgen beim EABC-Sys­tem dafür, dass die Fuhre im­mer Grip hat, dass nichts durchdreht, nichts knarzt oder rattert. Dieses Fahrwerk kommt ohne Stabis aus, was dazu führt, dass sich die Achsen stärker verschränken können. Operation gelungen.

Das aktive EABC-Fahrwerk kostet Aufpreis

Der GLE kommt in der Basis mit Stahlfedern; Luftfahrwerk (2035 Euro Aufpreis) sowie das aktive und 7735 Euro teure „E-Active Body Control“-System (EABC-Fahrwerk) sind Option. Warum wir das unbedingt ankreuzen würden, zeigt die Fahrt über die Land­straße. Der GLE fährt sich endlich richtig sportlich! Das geht so: Fahrpro­gramm „Curve“ einlegen und die Intensität dreistufig auswäh­len. Projektleiterin Schmitz nimmt die Kurven beherzt, und du hast schon auf dem Bei­fahrersitz das Gefühl, dass der Wagen viel handlicher ist als ein Fast-Fünf-Meter-Schiff. Dann ist da noch die Sache mit der Kamera in der Frontscheibe. Sie scannt die Straße ab, gibt den vier Federbeinen die Infos über den Zustand. Resultat: Lange Wel­len bügelt der Benz glatt, kurze fast. Ist Physik, zaubern kann er halt auch nicht.

Ausstattung: Assistent bildet Rettungsgasse

Wie üblich in dieser Klasse, ist auch die Sonderausstattung für den GLE üppig. Zu den großen Neuerungen zählt der aktive Abstands-Assistent Distronic: Dank Echtzeit-Informationen erkennt das System, wann der Verkehr stockt oder sich staut und bremst automatisch ab. So kann das System das zu schnelle Auffahren auf ein Stauende unterbinden. Ein anderes Helferlein reiht das Auto dann auf Wunsch so ein, das eine Rettungsgasse gebildet wird. Neu ist auch das aktive Fahrwerk E-Active Body Control, das mit der Luftfederung kombiniert werden muss und auf 48-Volt-Basis funktioniert. Feder- und Dämpferkräfte werden an jedem Rad einzeln geregelt, das verhindert nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen. Mit dem neuen Freifahrmodus kann das Fahrwerk dem GLE sogar helfen, wenn er sich festfährt, indem sich das Auto frei schaukelt und so selbst die Traktion verbessert. Auch in Sachen Komfort legt Mercedes die Messlatte hoch: Die Sitze in Reihe zwei können verstellt, belüftet, beheizt und mit einer Massagefunktion ausgestattet werden. Für Reihe eins gibt es die „Energizing“ Sitzkinetik: Beim Fahren bewegen sich Lehne und Sitz minimal, damit der Fahrer die Haltung wechselt.

Connectivity: MBUX reagiert auf Bewegungen

Im GLE kommt nun das neue Mercedes-Infotainment MBUX (bekannt aus der neuen A-Klasse, hier geht’s zum Test) zum Einsatz. Die beiden Widescreens mit Touchbedienung haben im GLE allerdings einige neue Funktionen. Mercedes spricht von insgesamt 40 Neuerungen gegenüber der A-Klasse. Die wichtigste dürfte sich hinter dem Namen MBUX Interieur-Assistent verbergen: Der erlaubt die Bedienung durch Bewegungen. Hände und Arme von Fahrer und Beifahrer werden dabei von einer Kamera im Dach erfasst. Nähert sich eine Hand dem Display werden einzelne Elemente hervorgehoben. Das System kann die beiden Passagiere unterscheiden, weiß also, bei welchem Sitz beispielsweise die Massagefunktion eingeschaltet werden soll. Andere Funktionen wie die Leselampe können lediglich durch Annähern der Hand ein- und ausgeschaltet werden. Außerdem können Fahrer und Beifahrer je eine Funktion als Favorit einspeichern. Die wird dann durch das Formen des Victory-Zeichens mit Zeige- und Mittelfinger ausgewählt.

Eine weitere neue Funktion von MBUX kann das Fahrzeug mit einem Fitnesstracker vernetzen. Der Energizing Coach empfiehlt anhand der gesammelten Werte, die der Fitnesstracker liefert, individuell eines der Komfortprogramme mit Musik- und Lichtstimmungen sowie einem bestimmten Massageprogramm.

Motoren und Preise: Vierzylinder-Diesel in der Basis

Als Basismotorisierung zum Marktstart idienzt der 245 PS starke GLE 300 d 4MATIC. Der Vierzylinder-Turbodiesel entwickelt 500 Newtonmeter Drehmoment und kostet mindestens 65.807 Euro. Außerdem ist der Reihensechszylinder GLE 450 4Matic verfügbar. Der Benziner bringt es auf 367 PS und 500 Nm. Das serienmäßige 48-Volt-System mit integriertem Startergenerator senkt nicht nur den Verbrauch, es stellt auch kurzfristig 22 PS und 250 Nm Zusatzkraft über die Boost-Funktion bereit. Der Sechszylinder kostet mindestens 72.650 Euro. Laut Mercedes sollen weitere Motoren, darunter auch Diesel und ein Plug-in-Hybrid, folgen. Die Automatik 9G-Tronic ist immer an Bord.

Wir vermuten: Den V8 gibt es nur noch in der AMG-Variante mit bis zu 640 PS. Der AMG GLE 43 kommt künftig nicht mehr als V6, sondern als Reihensechszylinder. Außerdem will Mercedes die elektrische Reichweite des Plug-in-GLE von 50 auf 100 Kilometer ausbauen.