Mercedes V-Klasse – mehr Leistung und Allradantrieb für den Bulli-Konkurrenten


 
 
 

Die V-Klasse wird massiv aufgefrischt. Neben einer Rennversion von AMG gibt es deutlich kultiviertere Motoren. Die Camper wird es freuen, dass es für den Camper Marco Polo endlich Allradantrieb gibt.

Der Bulli war schon lange Kult – da gab es noch gar nichts Vergleichbares von Mercedes. Die erste Baureihe vom Typ W638 lief erst im Jahre 1996 an. Und lange konnte sie sich zumindest bei privaten Kunden nicht mit den übermächtigen T-Modellen aus Hannover messen.

Doch die dritte Generation hat sich seit 2014 rund 209.000 Mal verkauft. China zählt neben Deutschland und Spanien zu den drei wichtigsten Märkten der V-Klasse. Hier schafft Mercedes einen unmöglichen Spagat, die V-Klasse ist alles andere als ein billiges Einsteigermodell und doch spricht sie eine junge Zielgruppe an. „Wir erreichen mit der V-Klasse die jüngste Zielgruppe. Dreiviertel der Kunden sind unter 55 Jahre alt“, sagt Marketingchefin Marion Friese.

Nach fünf Jahren steht nun eine umfangreiche Modellpflege an. Sogar eine Leistungsvariante von AMG wird kommen. Nur ein Achtzylinder passt nicht in die V-Klasse. „Selbst bei einem Sechszylinder wird es schon extrem knapp“, heißt es bei Mercedes. Kein Wunder, auch die V-Klasse wird zuerst für den Markt der Nutzfahrzeuge konzipiert. Die meisten Käufer dürften ohnehin eher vom Camper Marco Polo – nicht unter 62.000 Euro – träumen, als von einem Bus, der zum Rennwagen frisiert wurde. Vom Update der V-Klasse profitieren im Freizeitbereich auch Marco Polo und Marco Polo Horizont. So soll die Lücke zwischen diesen kleinen Wohnmobilen und den größeren Campern, die auf dem Sprinter aufbauen, etwas geschlossen werden.

Mehr Sicherheit und mehr Leistung

Mercedes verleiht der V-Klasse insgesamt ein robusteres Sicherheitspaket und stellt erstmals einen aktiven Bremsassistenten für den Transporter zur Verfügung. Eine überfällige Maßnahme. Die Öffentlichkeit versteht immer weniger, dass für Nutzfahrzeuge, die viel in den Städten bewegt werden, Sicherheitstechnik nicht verfügbar ist, die es teilweise bereits bei Kleinwagen gibt. Im Innenraum kommen jetzt sogar Lüftungsöffnungen im Turbinen-Stil – eine modische Neuerung, die ihren Zenit bereits überschritten hat. Optional kann man das Fahrzeug mit zwei Luxusliegen im Stil der S-Klasse mit Massage- und Klimaautomatikfunktionen zu einem Edel-Taxi machen.

Bei den Motoren rüstet Mercedes die Vierzylinder-Diesel auf – im V 250 d nun mit 190 PS. Der neue Selbstzünder hebt sich durch einen verbesserten Geräusch- und Schwingungskomfort wohltuend vom raubeinigen Vorgänger ab. Der Verbrauch soll zwischen 5,9 und 6,3 Liter pro 100 Kilometer liegen. Exzellent, wenn man die Größe des Fahrzeugs bedenkt. Die ohnehin stattlichen 500 Nm Drehmoment können zeitweise um weitere 30 Nm verstärkt werden. Da empfiehlt sich der optionale Allradantrieb. Auch eine wichtige Option für den lukrativen Campermarkt. Den Konkurrenten von VW gibt es nämlich mit Allradantrieb. Und 4×4 ist die Voraussetzung für imageträchtige Offroad-Versionen. Trotz Dieselkrise ist derzeit kein Benziner für Deutschland vorgesehen.

Auf dem Genfer Autosalon wird dafür die Studie Concept EQV gezeigt, der Vorbote eines rein elektrischen Busses. In Deutschland startet die V-Klasse ab 36.990 Euro und ist ab März erhältlich. Wer den Wagen voll ausstattet, dürfte aber keine Schwierigkeiten haben, die 50.000 Euro Marke zu knacken.