Suzuki Vitara Allgrip: Dreizylinder mit Allrad


 
 
 

 

Ein Einliter-Dreizylinder-Motor in Kombination mit Allradantrieb – das ist eine seltene Kombination. Suzuki bietet diese Modellvariante beim kürzlich überarbeiteten Vitara an.

Zwei angetriebene Achsen sind in der Klasse der Mini-SUV eher die Ausnahme. Aus Kosten- und -Verbrauchsgründen setzen die meisten Hersteller in dieser Fahrzeugklasse auf Frontantrieb. Doch bei Suzuki haben 4×4-Versionen eine lange Tradition. Und die setzt der japanische Autobauer beim Vitara fort. Auf Wunsch sind sowohl der 140 PS starke 1,4-Liter-Turbo-Direkteinspritzer als eben auch der in diesem Modell neu eingesetzte Einliter-Dreizylinder-Turbo, ebenfalls mit Direkteinspritzung, mit dem Allgrip genannten Allradantrieb zu haben.

Letztgenannte Kombination hinterlässt auf ersten Fahreindrücken einen ziemlich guten Eindruck. Der Motor bringt den 4,17 Meter langen und 1,2 Tonnen schweren Wagen vom Start weg durchaus flott auf Touren. Gut, die zwölf Sekunden, die es braucht, um auf Tempo 100 zu kommen, sind nun mal alles andere als sportlich (Werksangaben). Doch diese Ambitionen hat Suzuki mit dem kompakten SUV auch nicht. Der Wagen soll eine gewisse Gelassenheit am Steuer verbreiten.

Dazu trägt auch der Durchzug bei. Der kann sich für einen derart kleinen Hubraum und einem Drehmoment von 170 Newtonmetern (Nm) absolut sehen lassen. Erst wenn es längere Steigungen zu bewältigen gilt, werden die Leistungsgrenzen deutlich. Dann muss zurückgeschaltet werden, um einigermaßen in Schwung zu bleiben. Apropos schalten: Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Fünfgang-Getriebe (Automatik auf Wunsch für 1500 Euro), bei dem vor allem die höchste Fahrstufe lang übersetzt ist, um Kraftstoff zu sparen.

Rollt der Vitara in diesem Gang über die Landstraße dahin, dann gibt es wahrlich nichts zu mäkeln. Das Motörchen werkelt erfreulich laufruhig und zudem leise vor sich hin. Erst jenseits von 4000 Umdrehungen pro Minute (U/min.) macht der etwas blecherne Klang deutlich, dass hier ein Dreizylinder im Einsatz ist. Den Verbrauch gibt Suzuki nach dem neuen WLTP-Zyklus mit sechs Litern für die Allradversion an. Nach durchaus zügiger Fahrt auf kurvenreicher Strecke mit vielen Anstiegen zeigte der Bordcomputer 8,3 Liter an.

Bei der Abstimmung des Fahrwerks stand klar der Komfortgedanke in Vordergrund. So passiert der Vitara absolut souverän schlechte Fahrbahnabschnitte. Abseits befestigter Wege zahlt sich diese Auslegung von Federung und Dämpfung ebenfalls positiv aus. Hier zeigt sich zudem die Stärke des Allgrip genannten Allradantriebs. Bei dem stehen die vier Modi „Auto“, „Sport“, „Snow“ und „Lock“ zur Wahl. Während „Snow“ für ganz lockeren Untergrund wie Schnee oder Sand den wohl besten Grip bietet, ist „Lock“ nur für das Gelände gedacht. Wer sich für „Auto“ entscheidet, der muss sich keine Gedanken machen, ob Vorder- oder Allradantrieb die gerade bessere Alternative ist. Vorrangig wird die Kraft dabei auf die Vorderräder geleitet. Erst wenn es an Grip mangelt, leitet das System 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse. Die wird bei der Einstellung „Sport“ sowohl beim Anfahren als auch bei Beschleunigungsmanövern mit mehr Leistung versorgt.

Wer mit dem Vitara Allgrip unterwegs ist, der darf sich einerseits über ein gutes Platzangebot selbst auf der Rückbank ebenso freuen wie über eine reichhaltige Serienausstattung. In der sind zum Preis von 23.550 Euro unter anderem Klimaautomatik, Tempomat, Sitzheizung vorn, Audiosystem mit Smartphone-Anbindung, Freisprecheinrichtung und Lenkradfernbedienung, USB-Anschluss, beheizbare Außenspiegel, 17-Zoll-Aluräder und eine Reihe von Sicherheits- und Assistenzsysteme enthalten. Auch das ist sicherlich ein Grund, sich für den Vitara mit dem Dreizylinder und Allradantrieb zu entscheiden.