Mini Clubman John Cooper Works: So fährt der Kompakte mit Allrad und 306 PS

Mini Clubman John Cooper Works

 
 
 

Zum Facelift bekommt der Mini Clubman einen neuen Look und 306 PS im John Cooper Works. Wie fährt der 250 km/h schnelle Kompakte?

Mit wenig mehr als 1.000/min rennt der Mini über Land, ganz entspannt. Zwei Mal das linke Schaltpaddel gedrückt, das Gas niedergetreten, und im nächsten Moment spurtet der Clubman über knapp asphaltierte Landstraßen Richtung Vogelsberg, dass es eine Freude ist. Die Kurven hier in Hessen, nördlich von Frankfurt, sind meistens eng, oft ansteigend oder abfallend. Manchmal ziehen sie auch zu, oder der Kurvenausgang liegt hinter einer Kuppe.

Im Clubman-Innenraum passierte wenig

Da bleibt wenig Zeit, sich im Innenraum umzusehen, doch viel hat sich zum Facelift im Clubman ohnehin nicht geändert. Das sportliche Topmodell JCW outet sich mit Sportsitzen, roten Kontrastnähten und dunklem Dachhimmel, zudem liegt es zehn Millimeter tiefer, steht auf 18-Zoll-Rädern und hat ein Hexagonal-Muster im größeren Grill. Neu sind auch die LED-Rückleuchten im Union-Jack-Design, doch das Wichtigste passierte unter dem Blech: Die Karosserie wurde versteift, und der Zweiliter-Motor bekam eine kräftige Leistungsspritze.

Manchmal schläft die Automatik

Den Top-Clubman beeindrucken die 75 PS extra nicht. Er liegt gut, beschleunigt ohne Zucken oder Zerren in der Lenkung auch aus engen Ecken. Allrad halt. Unterstützt von einem bis 39 Prozent sperrenden Vorderachs-Differenzial ist die Traktion vom Feinsten. Unauffällig verteilt der beim John Cooper Works serienmäßige Allradantrieb die Kraft zwischen den Rädern.

Die ebenfalls serienmäßige Achtstufen-Automatik nutzt mit frühem Hochschalten das dieselähnliche Drehmoment von 450 Newtonmetern bei 1.750/min, verschläft dafür manchmal ihren Einsatz, wenn es pressiert. Doch selbst mit entspannter Drehzahl ist man immer noch verflixt schnell unterwegs. Wer engagierter fahren will, kippt den schuhlöffelähnlichen Hebel nach links auf Sport; die Automatik reagiert dann fixer, ohne Hektik zu verbreiten. In den ersten Gängen ist der Mini kurz übersetzt, der Dritte dreht bei etwa 100 km/h aus. Auf der Autobahn reichen für 180 km/h in der achten Stufe entspannte 3.000/min.

Bei 250 km/h regelt der John Cooper Works ab — als erster Mini überhaupt

Braucht man das überhaupt? Sicher nicht. Doch so unspektakulär, wie der John Cooper Works schnell fährt, hat das schon eine eigene Qualität. Auch der Komfort passt: Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und die serienmäßigen 18-Zoll-Räder rollen trocken ab. Doch unangenehm hart wird es auch auf geflickten Landstraßen nicht. Die Karosseriebewegungen geben Rückmeldung, ohne den Fahrfluss zu stören. Die Lenkung wirkt etwas hibbelig und dürfte für etwas mehr Rückmeldung ruhig schwergängiger sein. Doch da verlassen wir das vermutete Anwendungsgebiet, das eher nicht beim Jagen von Civic Type R liegen dürfte. Für die Nordschleife gibt‘s ab 2020 den John Cooper Works GP mit drei Türen, über 300 PS und in einer limitierten Kleinserie von 3.000 Stück.

Fazit

Es tut sich was im Segment der Hot Hatches: Nach BMW M135i und Mercedes-AMG A35 kommt Mini mit dem Clubman um die Ecke. Der John Cooper Works fährt für einen Kompakten mit 306 PS beinahe unspektakulär, bietet dabei aber viel Spaß und sogar Nutzwert.