Skoda Superb: Superb – sein Name ist Programm

Zeitlos elegante Linienführung: Der Kofferraum schluckt übrigens 625 Liter

 
 
 

Skodas Flaggschiff ist auch mit dem Dieselmotor ganz auf der Höhe der Zeit.

Wenn man mit diesem Auto einmal einige Tage unterwegs ist und dabei das Produkt-Portfolio des Volkswagen-Konzerns im Hinterkopf hat, denkt man sich manchmal: „Auweh, Audi.“ Denn der Skoda Superb wird als Top-Limousine der tschechischen Traditionsmarke, die seit 1991 im Volkswagen-Familienalbum pickt, seinem Namen wirklich gerecht. Viel fehlt nicht mehr zum Premium-Anspruch der Champions League, nur preislich hält man schon noch einen gehörigen Abstand zum großen Audi-Bruder (A6), der mit dem Superb einen sehr starken Herausforderer hat. Vor allem dann, wenn er wie unser Testauto auf allen vieren – also mit einem Allradantrieb – daherkommt.

Design: Skoda verzichtet auf Experimente und forciert eine eher nüchterne als aufgeregte Formensprache. Der Superb kommt im fein geschnittenen Business-Anzug daher, bei der Modellpflege gibt es nur ganz sanfte Korrekturen. Damit strahlt er eher Seriosität als Sportlichkeit aus und ist damit eine gute Visitenkarte für jeden Handelsreisenden. Wer privat einen Superb fährt, gerät nicht unter Verdacht, ein Angeber zu sein. Auch das ist ein positiver Wesenszug, der dieses Auto auszeichnet.

Innenraum: Hier ist der Superb sehr gut aufgeräumt, die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet, überall ist die Volkswagen-DNA spürbar. Der Touchscreen ist in die Mittelkonsole integriert und nicht wie ein Computer-Tablet aufgesetzt. In Reihe eins und zwei sitzt man erstklassig, der Kofferraum schluckt mit 625 Liter sehr viel – die Kombiversion ist da kaum voluminöser. Die Ausstattungsmöglichkeit reicht weit in das Luxus-Segment hinein. Im Testauto gab uns die Lenkradheizung allmorgendlich einen warmen Händedruck, die Windschutzscheibe ließ sich per Fernbedienung enteisen (Standheizung). Sympathiepunkte in der Nachbarschaft, die im Winter morgens mit dem Eiskratzer die Scheiben freischabt, bekommt man allerdings mit diesem Extra kaum.

Fahrwerk: Der Superb wird auch hier seinem Namen gerecht, vor allem auf der Langstrecke freut man sich über den hohen Fahrkomfort. Man kann verschiedene Modi wählen, die Unterschiede sind allerdings marginal, im Sport-Betrieb werden die Gänge höher ausgedreht, was man einem Dieselmotor eher nicht antun möchte. Der Allrad werkt hintergründig immer und überall, seine Effektivität wird vor allem auf der Schneefahrbahn spürbar.

Motor: Der Diesel schiebt mit 190 PS und einem Drehmoment von 400 Newtonmeter mächtig an, die Siebengang-Automatik mit dem Doppelkupplungsgetriebe arbeitet reaktionsschnell und geschmeidig. Irritierend ist nur eine kleine Anfahrschwäche – also eine Nachdenkpause nach dem Tritt auf das Gaspedal. Die kennen wir vom jüngst getesteten Audi A4 Allroad mit identischem Motor und Getriebe. Gewohnheitssache …

Fazit: Mit dem Skoda Superb strecken sich die Tschechen weit in das Revier der deutschen Premium-Anbieter hinein. Wenn er dabei Audi ins Gehege kommt, sollte es kein Problem sein. Die Klientel und damit der Umsatz bleibt ja in der (VW-)Familie. Wenn es BMW (5er) oder Mercedes (E-Klasse) „erwischt“: umso besser.
Skoda Superb TDI 4×4

Preis: ab 33.280 Euro
OÖN-Testwagen 46.910 Euro

Motor: Vierzylinder-Diesel
Hubraum 1968 ccm
Leistung 140 kW (190 PS) bei 3500 – 4000 1/min
max. Drehmoment 400 Nm bei 1900 – 3300 1/min

Verbrauch (NEFZ):
Stadt/Land/Mix 6,2 – 7,1
OÖN-Test 6,9
Tank/Kraftstoffart 66 l/Diesel

Umwelt: Euro-6 d-TEMP-EVAP
CO2-Ausstoß 162 – 187 g/km

Antrieb: Allrad
Getriebe 7-Gang-Automatik

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 8,0 sec
Spitze 232km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4869/1864/1488 mm
Radstand 2841 mm
Leergewicht 1665 kg
Zuladung 630 kg
Kofferraum 625 – 1760 Liter
Anhängelast gebr. 2200 kg
ungebremst 750 kg

Garantie: zwei Jahre (aufpreispflichtig erweiterbar auf fünf Jahre/max. 100.000 km)