Elektronik im Geländewagen?

Moderne SUVs und Geländewagen verfügen oft über tolle computergesteuerte Features speziell für das Fahren im Gelände. Wie sinnvoll ist so etwas jedoch?

Digitalelektronik ist heute ein – zumindest nach Ansicht von Herstellern und Händlern – unverzichtbarer Bestandteil der Automobiltechnik. Bei Geländefahrzeugen gibt es heutzutage oft eine elektronische Traktionskontrolle, also ein elektronisch-mechanisches System, welches eine ganze Reihe von Daten bezüglich der Fahrsituation ermittelt und anhand dieser jedes einzelne Rad mit genau soviel Drehmoment versorgt, dass es gerade nicht durchdreht, also die größtmögliche Kraft auf den Untergrund bringt.

Das klingt zumindest in der Theorie gut. Ob ein solches System in der Praxis wirklich entscheidend viel mehr bringt, als die früher üblichen mechanischen Komponenten Vorgelege (landläufig „Untersetzung“ genannt) und Sperrdifferentiale, sei einmal dahingestellt. Schließlich lassen sich auch mit der antiquierten, rein mechanischen Allradtechnik so manchem Urgesteins unter den Allradautos wie etwa Lada Niva, alten Mercedes G und Suzuki Samurai verblüffende Dinge im Gelände anstellen.

Wirklich geländegängige Fahrzeuge benötigt man – mal abgesehen von militärischen Zwecken – für den Sport und vor allem auch für Reisen – man könnte auch sagen: Expeditionen – in abgelegene und wilde Weltgegenden. Und genau hier liegt die Problematik: Wer ein modernes Auto mit viel Computerkram hat, weiß leider oft nur allzu gut von seltsamen Dingen zu berichten, welche passieren und die oftmals selbst die Fachwerkstatt der jeweiligen Marke vor schier unlösbare Rätsel stellt und die oft nach mehreren Werkstattbesuchen und horrenden Rechnungen noch nicht behoben sind.

Was also, wenn die Elektronik eines neuzeitlichen Geländewagens irgendwo in Zentralafrika oder in den peruanischen Anden zu zicken anfängt? Gute Frage, nächste Frage! Einen alten Landrover oder Lada Niva mit durchschaubarer mechanischer Technik hingegen kann jeder bessere Dorfschmied in der Sahara oder im Tschad reparieren.

Volker Wollny